Hexenverfolgung - gestern / heute

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Hipp-Hopp, die Hex ist tot!?

Und immer, immer wieder…

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast lachen, wie wunderbar die jahrhundertelange Konditionierung der Menschen durch bekannte Institutionen immer noch funktioniert.
Hexen – iiih, bah, pfui…
Gemeine (meistens) Frauen lassen es hageln, machen Sexorgien mit dem Teufel und verhexen die Menschen aus reiner Freude am Bösen.

LEUTE- wir sind im einundzwanzigsten Jahrhundert!!!

Hexen sind Figuren der menschlichen Fantasie, aus Märchenbücher, Film und Fernsehen.
Harry Potter z.B. wurde im Kopf von Joanne K. Rowling geboren und existiert als Figur nur auf der Leinwand. Die Hexen von Eastwick entstanden aus der Feder (oder eher Tastatur) von George Miller im Jahr 1987. Die schadenszaubernden Hexen des Mittelalters entsprangen der Fantasie und Machtgier bekannter Menschengruppen. Es gab und gibt sie wirklich nicht in ECHT!

Was es heute wie gestern gab und gibt, sind sensible oder auch sensitive Menschen mit großem Interesse und erlernten Orakeltechniken, mit besonders ausgeprägten kognitiven Fähigkeiten, hoher sozialer Kompetenz und Hilfsbereitschaft. Heutzutage haben sie zusätzlich auch ein auffällig häufiges Faible für Kleidung des Mittelalters. Früher wie heute sind sie oft sehr geschäftstüchtig, verfügen über fundierte Kenntnisse auf diversen Fachgebieten, wie z.B. Homöopathie, Medizin, Psychologie, Politik oder auch Warenwirtschaft und Handwerk.
Sie praktizieren Handlungsabläufe, Rituale, in ihrer Lebensführung, sind willensstark und interessieren sich für Geschichte und Kultur.
Sie lieben die Natur, die Welt und alles was darauf, darunter und darüber ist.
Sie respektieren andere Menschen in ihrer jeweiligen Lebensart, gehen achtsam mit allen Lebewesen um und schädigen nach Möglichkeit niemanden.
Es sind ganz normale Menschen aus jeder Gesellschaftsschicht, mit ganz normalen Problemen, Sehnsüchten, Träumen und Lebenszielen.
Es sind die lebenslustigsten Menschen die man sich vorstellen kann. Menschen die gern feiern, lachen, tanzen, singen oder was man auch immer tun kann.
Sie nutzen ihre naturgegebenen Sinne ohne falsche Scham und haben Freude am Leben.
Sie eint im Grunde der gemeinsame Glaube an eine universelle Schöpfungskraft, eine Lebensenergie ohne gottähnliche Persönlichkeit. Dieser Energie geben sie unterschiedliche Namen. Zum Beispiel haben Künstler aller Zeiten ihr ein meist weibliches Aussehen und weibliche Namen gegeben.
In vielen Kulturen wurde sie als Die große Mutter bezeichnet, Gaia ist ein Name den sie von sogenannten Naturgläubigen oder Hexen hat.
Diese Energie verbindet alles. Sonne, Mond, Erde, Himmel, Menschen, Tieren, Pflanzen, Elemente. Alles ist mit allem verbunden, jede Handlung hat Auswirkungen auf alles Verbundene. In diesem Glauben gibt es keine strafende Gottesfigur, Drohungen oder Sanktionen. Jeder ist für sein Tun selbst verantwortlich und muss die Konsequenzen leben. Sein negatives Handeln hat Auswirkungen auf andere oder anderes.
Da wir alle in einer gesunden und glücklichen Welt leben möchten, bemühen wir uns diese zu schützen, zu pflegen und im Einklang mit dieser Schöpfungskraft zu leben.

Was sie vielleicht von anderen unterscheidet ist, dass sie absolut offen sind für das „Nichtmessbare, Nichtsehbare, das Übernatürliche“, dieses wahrnehmen und manchmal für sich oder auch andere nutzen.
Dass sie sensibler, aufmerksamer und neugieriger als andere sind.
Dass sie das Wissen unserer Ahnen respektieren oder auch in sich haben und dieses Wissen, diese Fähigkeiten zum Wohle oder im Interesse unserer Welt einsetzen.

Aber, so wie es unterschiedliche Farben gibt, gibt es auch unterschiedliche Menschen. Menschen die zwar geschäftstüchtig aber auch raffgierig und betrügerisch sind. Zum Beispiel Mediziner die sich offiziell dem hippokratischen Eid* verpflichtet haben und trotzdem Menschen mit ihrem Tun schaden. Handwerker die miese Arbeit leisten und dafür hohe Rechnungen ausstellen. Menschen die sich als Hexe bezeichnen und Notleidenden, Verzweifelten das Geld mit falschen Hoffnungen aus der Tasche ziehen.
Dieses Geschäft mit der Angst wird nicht nur von sogenannten Hexen oder Magiern gemacht. Es wird auch sehr gewinnbringend, schon seit alters her, von religiösen Gruppierungen jeglicher Couleur mit den unterschiedlichsten Gottesbildern praktiziert.
Was Menschen nicht verstehen macht ihnen oft Angst. Erfolge anderer, macht sie neidisch. Eigene Misserfolge, eigenes Unvermögen macht sie zornig.
Diese Worte: ANGST-NEID-ZORN, daraus wurden und werden Hexen gemacht.
Also bin ich HEXE, bin ich MENSCH, bin ich FRAU, bin ich MANN – so wie jede, jeder ANDERE auch.

Die sogenannten Hexen in meinem Umkreis bezeichnen sich als solche, weil es ein wunderbar provozierender Begriff für eine Lebensphilosophie ist.
Die Lebensweise, die Philosophie des Alten Weges, der Religion der Großen Mutter, der Glaube an die universelle Schöpfungskraft.

Ja, sie alle können zaubern, hexen, verändern!
So wie es jeder Mensch kann, der seine Vorstellungskraft dazu nutzt, um aus dem stickigen Büro auf die schöne Südseeinsel zu verschwinden. Sie nutzen ihre körperliche Kraft um ihre Umwelt von Unrat zu reinigen und der Natur damit helfen, wieder zu blühen und zu gedeihen. Sie nutzen ihre finanziellen Mitteln um anderen Menschen oder auch Tieren zu helfen. Sie nutzen ihre Lebenszeit um sich ehrenamtlich für Mensch-, Tier- oder Umweltprojekte einzusetzen.

Ich hoffe, ich habe mit diesen Zeilen ein Lächeln auf dein Gesicht gezaubert.

Warum ich diesen Text geschrieben habe?

Aus aktuellem Anlaß!
Vor ein paar Tagen hat mich eine sogenannte humane, konfessionell neutral agierende Organisation aufgefordert, meine Spendenaktion für Kinder in Afrika zu unterlassen und deren Link aus dieser Seite zu nehmen. Nach fast dreijähriger Unterstützung durch mich und reichlichem Spendeneingang meiner Kunden, ist ihnen aufgefallen, das ich eine HEXE bin. Mit Hexen möchten sie nichts zu tun haben.
Es ist übrigens nicht die erste Organisation die mir so etwas sagt, die meinen Einsatz nicht möchte.
Langsam kann sogar mir das Lachen vergehen.
Langsam machen mir diese Menschen Angst!
Es sind übrigens kaum 60 Jahre her, dass Millionen Menschen wegen ihrem Glauben, wegen ihrer Lebensart umgebracht wurden!
Angst ist ein menschlicher Schutzmechanismus. Ich werde mich nicht verstecken, ich werde diese Angst in Aktion umsetzen, werde öffentlich machen.
Einer neuen Hexenverfolgung sehe ich nicht tatenlos zu!
Wehret den Anfängen!

Jan. 2010

*Und hier für deinen nächsten Arztbesuch:
Der hippokratische Eid
Ich schwöre, Apollon, den Arzt, und Asklepios und Hygieia und Panakeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen anrufend, daß ich nach bestem Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Verpflichtung erfüllen werde:
Den, der mich diese Kunst lehrte, meinen Eltern gleich zu achten, mit ihm den Lebensunterhalt zu teilen und ihn, wenn er Not leidet, mit zu versorgen; seine Nachkommen meinen Brüdern gleichzustellen und, wenn sie es wünschen, sie diese Kunst zu lehren ohne Entgelt und ohne Vertrag; Ratschlag und Vorlesung und alle übrige Belehrung meinen und meines Lehrers Söhnen mitzuteilen, wie auch den Schülern, die nach ärztlichem Brauch durch den Vertrag gebunden und durch den Eid verpflichtet sind, sonst aber niemandem.
Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht.
Ich werde niemandem, auch nicht auf eine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten. Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben. Heilig und rein werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren. Auch werde ich den Blasenstein nicht operieren, sondern es denen überlassen, deren Gewerbe dies ist.
Welche Häuser ich betreten werde, ich will zu Nutz und Frommen der Kranken eintreten, mich enthalten jedes willkürlichen Unrechtes und jeder anderen Schädigung, auch aller Werke der Wollust an den Leibern von Frauen und Männern, Freien und Sklaven.
Was ich bei der Behandlung sehe oder höre oder auch außerhalb der Behandlung im Leben der Menschen, werde ich, soweit man es nicht ausplaudern darf, verschweigen und solches als ein Geheimnis betrachten.
Wenn ich nun diesen Eid erfülle und nicht verletze, möge mir im Leben und in der Kunst Erfolg zuteil werden und Ruhm bei allen Menschen bis in ewige Zeiten; wenn ich ihn übertrete und meineidig werde, das Gegenteil.

Quelle: www.fachschaft-medizin.de/download/sonstiges/HippoEid.pdf