Wissen ist Macht, wer die Macht hat, kann Dinge ändern

 
         
 

Seite 01
Seite 02
Seite 03

Seite 04
Seite 05

Seite 06 NEU

Preisverleihungen 6 Nov 2009 - 15:51 Nr. 8162
Freie Schrauben, freie Geister und freie Liebe?

MÜNCHEN. (hpd) Preisverleihung „Gache Wurzn“ – Preis für Zivilcourage des bfg mÜnchen Für eine neue Feierlichkeit geradezu prädestiniert: saukalt und grau draußen, nur Trauermusik und Balladen im Bayerischen Rundfunk und Verbot von Tanz und lauter Musik im ganzen Land!
Preisträger/ Foto:Wolf Steinberger

Sonntag, der 1.November 2009, ein neuer Aktionstag für den bfg mÜnchen! Zunächst mal ist der Tag ein „Hochfest“ der römisch katholischen Kirche, ein „Gedenktag der Heiligen“ und bedeutend für alle jene, um deren Heiligkeit niemand weiß außer Gott ist dieser „stille Feiertag“ ein weiterer Tag geworden für jene kleine Körperschaft von Ungläubigen, die seit 2007 u.a. gegen das Bayerische Feiertagsgesetz juristisch zu Felde zieht.
Lockere Schraube in Berlin
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung des bfg mÜnchen verkündete die im Amt bestätigte Vorsitzende zur Eröffnung des Abends zunächst den Preisträger des alljährlich verliehenen Satirepreis des bfg mÜnchen. In diesem Jahr erhielt Günther Jauch den „Schraubenschlüssel am Bande“ für die größte lockere Schraube in der Republik. (Begründung unten im Text) Der Nachfolger von Norbert Geis (2008) und Fürstin Prinzessin Gloria von Thurn und Taxis (2007) verzichtete erwartungsgemäß auf persönliche Abholung seiner Auszeichnung, so dass die Würdigung seiner doch wirklich bedenklichen Verlautbarungen keinen allzu großen Raum einnahm. Festzustellen ist, dass die Fülle möglicher Kandidaten eine solche Auszeichnung durchaus mehrmals im Jahr ermöglichen würde, allein hier fehlt’s dem bfg mÜnchen an manpower.

"Schraubenschlüssel am Bande" 2009

Schraubenschlüssel am Bande / Foto: bfg

MÜNCHEN. (bfg/hpd) Der „Schraubenschlüssel am Bande“ für die größte lockere Schraube in der Republik geht in diesem Jahr an den TV-Journalisten und Moderatoren Günther Jauch

„(...) Religion als gleichberechtigtes Fach ist mir wichtig, weil Ethik als alleiniges Pflichtfach Ausdruck staatlicher Intoleranz ist. Religion wird in Berlin in die Randstunden verdrängt und schulpolitisch diskriminiert. Wer am Sonntag (gemeint ist der 26.04., Anm.Verf.) mit ‚Ja’ stimmt, macht dem ein Ende. (...) (Zitat www.Bild.de, 25.04.09).
Mit dieser Äußerung erreichte Günther Jauch nach Meinung des Vorstandes des bfg mÜnchen unangefochten den ersten Platz im Ringen um den diesjährigen Schraubenschlüssel. Der „Schraubenschlüssel am Bande“ ist eine Auszeichnung, die vom bfg mÜnchen seit 2007 jährlich verliehen wird für öffentliche Äußerungen, die den Einsatz eines Schraubenschlüssels zum Wieder-Anziehen von bemerkenswert lockeren Schrauben im Kopf der so ausgezeichneten Personen als dringend notwendig erscheinen lassen. Nach Fürstin Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis und Norbert Geis (CSU) ist Günther Jauch der dritte Preisträger. Christliche Amt- und Würdenträger genauso wie Personen, die von Berufs wegen religiös sind, sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Die o.g. Äußerung ist verständlich vor den Berliner Ereignissen im Frühjahr. In Berlin ist Ethikunterricht für alle Kinder ein Pflichtfach (im Gegensatz zu anderen Bundesländern) und der konfessionelle Religionsunterricht an Berliner Schulen hingegen nur freiwillig; er muss zusätzlich besucht werden. Daher versuchten einige religiöse Gruppen (nicht alle!), den Religionsunterricht als gleichwertige Alternative zum Ethikunterricht zu positionieren. Die von ihnen mit der Abstimmung „Pro Reli“ gewünschte Regelung hätte die so genannte „Wahlpflicht“ vorgesehen, wobei sich dann jedes Kind bzw. dessen Eltern entscheiden müssten, ob es Ethik ODER einen konfessionellen Religionsunterricht besuchen will. Zu den prominentesten Befürwortern von „Pro Reli“ zählten neben Günther Jauch der Fußballer Arne Friedrich und die amtierende Kanzlerin Merkel.
Es war das Ziel der religiösen Lobbyarbeit in Berlin, allen glaubhaft zu machen, dass der dortige Ethikunterricht in Opposition zum Religionsunterricht stehe. Ethikunterricht sollte als Unterricht gegen Religionszugehörigkeit positioniert werden, und die Wähler sollten glauben, dass sich darin eine intolerante Haltung des Staates gegenüber Religionen ausdrücke. Doch genau das Gegenteil ist richtig. Im Fach Ethik werden die demokratischen Grundwerte des Zusammenlebens vermittelt, so dass ein tolerantes und respektables Miteinander und interkulturelles Verständnis möglich wird. Zum Glück haben die Berliner Wähler dies richtig gesehen!
Mit Günther Jauch erhält ein Prominenter den Münchner Schraubenschlüssel, der bei der 2005 durchgeführten Umfrage (BILD) „Wem vertrauen die Deutschen“ mit deutlichem Abstand auf Platz 1 kam, weit vor den christlichen Politikern Angela Merkel und Horst Köhler und auch deutlich vor Papst Benedikt XVI. Laut Managermagazin gehört er zur „neuen Generation aufgeklärter Konservativer“; er ist Träger des „Goldenen Kompass“ (Medienpreis des christlichen Medienverbundes KEP) für seine faire und vorurteilsfreie Berichterstattung über Christen und bekannt dafür, dass er sich auch für Wiedereröffnung der katholischen Marienschule Potsdam im Sommer 2008 persönlich eingesetzt hat.
Günther Jauch konnte sich im Wettbewerb um den Schraubenschlüssel u.a. vor dem Musiker und Sänger Xavier Naidoo durchsetzen.

Beim Schraubenschlüssel handelt es sich um einen Ehrenpreis, der aus einem knapp 80 cm langen Doppelmaulschlüssel aus grün bemaltem Kunststoff besteht mit dekorativem rosa Band, ruhend auf anmutigem rosa Kissen. Er ist eine Auftragsarbeit des oberbayrischen Bildhauers Nikolaus Sanktjohanser und kann nur durch persönliche Abholung in den Besitz seiner Preisträger gelangen. Der Preis ist nicht dotiert, im Gegenteil: die damit Ausgezeichneten sollten ihrerseits ausreichend vermögend sein, da nicht nur keine Preisgelder mit dem Preis verbunden sind, sondern die Annahme unserer Einladung zur Preisverleihung keine Kostenübernahme der damit verbundenen Übernachtungs- und Reisekosten bedeutet. Es sind auch keine sonstigen Sondervergütungen zu erwarten, wie z.B. der lebenslange Besuch der städtischen Bäder der Stadt München bzw. die generell kostenlose Benutzung der Züge der Deutschen Bundesbahn. Nicht einmal eine kostenlose lebenslange Mitgliedschaft beim bfg mÜnchen kann angeboten werden, weil dazu müssen nicht nur große lockere Schrauben angezogen, sondern außerdem eine gewisse geistig aufgeklärte, demokratische Grundeinstellung erarbeitet und – damit verbunden – die offizielle Trennung von jeder Religionsgemeinschaft vollzogen werden. Und zu guter Letzt setzt eine persönliche Abholung ein gehöriges Maß an Humor bei den Preisträgern voraus, das wir im allgemeinen nicht erwarten. Inwieweit Günther Jauch hierüber verfügt, können wir bald feststellen.
Im Rahmen der diesjährigen Mitglieder-Vollversammlung des bfg mÜnchen am Sonntag, den 1.November 2009 findet die Verleihung des „Schraubenschlüssel am Bande“ öffentlich statt. Günther Jauch ist bereits eingeladen!

Assunta Tammelleo


Quellen-URL: http://hpd.de/node/7721