| |
Pressemeldung
in der WAZ am 01.09.2006

PM
Rheinische Post Duisburg am 23.August 2006
Duisburg
Hexe sein als Lebensphilosophie
VON ANNE BÜNNIG - zuletzt aktualisiert: 03.05.2008
Duisburg (RP) Um einen reich geschmückten Altar bildet sich
ein Kreis von etwa 35 Menschen. Viele haben wallende Gewänder
in bunten Farben an, deren Stil mit weit zurückreichenden Jahrhunderten
verknüpft wird. Manche der Damen tragen Diademe mit Schutzsteinen.
Andere wiederum tragen Jeans und Pullover. Eins ist jedoch allen
gemein: Sie halten eine weiße Kerze in der einen Hand und
einen Becher oder Kelch in der anderen. Stille liegt über der
Szene. Dann treten Hexer Maran und Hexe Luisa in den Kreis um mit
dem Ritual zu Ehren der großen Göttin Demeter zu beginnen.
An diesem Abend wird ein wichtiges Fest im Hexenglauben gefeiert:
Beltane. An diesem Tag wird die Fruchtbarkeit der Göttin und
somit der Mutter Erde gefeiert. Hexer Maran ruft die Elemente und
ihre Wächter zum Schutz der Gruppe an, während Luisa der
Göttin die Opfer darbringt: Eine Schale mit Erdbeeren und „Hexenwein“.
Auch die Anwesenden opfern der Erde einen Schluck des roten Getränks
in ihren Bechern und Kelchen. Das besondere Ritual an Beltane ist
der Sprung über das Feuer, um das Alte zurückzulassen
und in einen neuen Lebensabschnitt zu springen. Leicht abgewandelt
schreiten die versammelten Hexen und Hexer zwischen zwei lodernden
Feuertöpfen hindurch und verbrennen kleine Wunschzettel mit
Dingen, die sie in der Vergangenheit zurücklassen möchten.
Schon
ihr ganzes Leben beschäftigt sich Luisa mit der Naturreligion
und dem Hexesein. „Die meisten Menschen assoziieren Hexe mit
etwas Negativem“, sagt sie und betont, dass dies jedoch Irrglaube
ist. Hexen bringen keine Menschenopfer, sie haben sich nicht mit
dem Teufel verbündet, im Gegenteil: Eine böse Macht wie
den Teufel gibt es für die Hexen nicht. Stattdessen ehren sie
die Göttin Demeter als große Mutter, als Mutter Erde,
die in allen Lebewesen steckt. Hexer Maran folgt einer langen Linie
von Hexen in seinem Stammbaum. Bereits seine Urgroßmutter
hat sich mit dem „alten Weg“ beschäftigt, die Wirkung
von Kräutern gekannt und das Kartenlegen beherrscht. Er ist
ganz in Schwarz gekleidet, um seinen Hals liegen viele Amulette
und wie ein Pentagramm. „Das aufrecht stehende Pentagramm
ist das Zeichen für die fünf Elemente, Wasser, Feuer,
Erde, Luft und Geist“, erklärt er und merkt an, dass
es sich um ein Schutzsymbol handelt. Es ist von dem satanischen
Pentagramm zu unterscheiden, das mit der Spitze nach unten getragen
wird.
|
|